Am 27. Oktober 2026 war ich bei der TÜV SÜD Akademie in München. Die Konferenz hieß „Mobile Robotics: Safety-Critical Applications & Machinery“. Ein Tag voller Robotik. Und voller Sicherheitsfragen. Am Abend durfte ich selbst auf die Bühne. In diesem Beitrag teile ich meine Eindrücke.

Hier findet ihr die Landingpage zu der Konferenz: Mobile Robotics Safety-Critical Applications & Machinery

Das Programm der Konferenz gab es hier zum Download: Program Mobile Robotics 2026.pdf

ROVO mobile platform

ROVO mobile platform

Worum ging es?

Im Mittelpunkt stand die sicherheitskritische mobile Robotik. Also autonome Bodenfahrzeuge und AMRs (Autonomous Mobile Robots). Die zentrale Frage: Wie arbeitet KI zuverlässig in echten, rauen Umgebungen? Auf Baustellen. In der Landwirtschaft. In der Logistik. Und in der Verteidigung.

Besonders spannend fand ich den Fokus auf Dual-Use. Viele Ansätze wandern zwischen Off-Highway-Anwendungen und dem Verteidigungsbereich hin und her. Die Probleme sind oft dieselben. Unebenes Gelände. Schlechtes GNSS-Signal. Unbekannte Objekte. Und immer die Frage nach der funktionalen Sicherheit.

Das Programm

Der Tag war in mehrere Themenblöcke gegliedert:

  • Safety, Cybersecurity & System Assurance: Threat Modeling für Embedded Systems, Cybersecurity nach IEC 62443, Digital Twins und Safety Readiness Levels.
  • Algorithms & AI Models: Bewegungsplanung, semantische Befahrbarkeit im Gelände, Zero-Shot-Erkennung unbekannter Objekte und Reinforcement Learning für sichere Navigation.
  • Frameworks, Tooling und Architekturen: Szenariobasierte Validierung und Architekturmuster, um KI in sicherheitsrelevanten Systemen einzusetzen.

Am Vormittag gab es Vorträge unter anderem vom Bundeswehr Innovation Center, von Apex.AI zur Frage, ob deterministische Architekturen zertifizierbare KI ermöglichen, und von ExRobotics zu Robotereinsätzen in gefährlichen Umgebungen.

Ein Highlight war die Fast-Track Pitch Session. Startups und Forschungsteams hatten jeweils wenige Minuten. Die Pitches waren richtig gut. Von Sensorkalibrierung über Lokalisierung ohne GNSS bis hin zu einem Assistenzsystem für Elektromobile.

Das Panel am Abend

Am Abend war ich Teil der Paneldiskussion:

„Robotics & Physical AI: Chances & Challenges to Build the Next Generation of Industrial Champions in Europe“

Mit mir auf der Bühne:

  • Thomas Bock, Director Land Systems bei Quantum Systems
  • Prof. Dr. Johannes Betz, TUM, Autonomous Vehicle Systems
  • Dr. Alexander Wischnewski, CEO und Co-Founder von driveblocks
Mobile Robotics - Safety-Critical Applications & Machinery

Mobile Robotics – Safety-Critical Applications & Machinery

Wir haben diskutiert, was Europa braucht, um bei Physical AI und Robotik vorne mitzuspielen. Die Technologie ist dabei nur ein Teil. Genauso wichtig sind Sicherheit, Zertifizierung, Geschwindigkeit, Investitionen und ganz einfach Mut.

Mein Fazit

Das Know-how ist da. Die Forschung in Europa ist stark. Das hat dieser Tag deutlich gezeigt. Die Startups haben spannende Themen mitgebracht, und viele Lösungen sind schon weit.

Was fehlt, ist der nächste Schritt. Wir müssen aus guter Forschung skalierbare Produkte machen. Und zwar schneller als bisher. Sicherheit darf dabei kein Bremsklotz sein. Richtig gedacht, wird sie zum Wettbewerbsvorteil.

Danke an die TÜV SÜD Akademie für die Einladung und die tolle Organisation. Und danke an alle für die vielen guten Gespräche beim Get-together am Ende des Tages.